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Tagebuch und Tourbilder - 1. Teil - bis und mit 6. Juni 2011

29. Mai 2011 - Zürich - los geht's

Wir versuchen natürlich nicht nur im Blog (wird zweimal täglich bedient) aktuell zu sein, sondern auch hier. Aber man möge uns verzeihen, wenn die Bilder mal zwei drei Tage verzögert aufgeschaltet werden. Wir fallen einfach abends meist fix+fertig ins Bett... Dass man deswegen anonyme Mails auf der Gästebuchseite postet verstehen wir nicht.

Und hier die Story in chronologischer Abfolge... beginnend am 29. Mai 2011:

Zürich - Basel | 29. Mai 2011

Um 14 Uhr 20 gehts's in Zürich los. Wir wassern das Boot und machen gleich die Erkenntnis, dass vier gestandene Mannen mit total wohl über 400 Kilo ein solches Boot nicht abkann...

Somit bleiben Silfrido und Fanti gleich mal in Zürich.

Ca. 150 Gäste fanden sich zur Wasserung in Zürich ein - danke allen Anwesenden - danke der Guggemusig "Troubadix" aus Wädenswil - all den Freunden, die uns verabschieden. Ein wirklich grossartiges Erlebnis.

Speziell auch an Dani (Schoggi-Rocci) Rocchinotti, welcher all den Champager spendet und eine Flasche "kleiner Feigling" mit auf den Weg gibt.

Nach 10 Minuten Fahrt ist in Höngg dann Schluss für's Erste. Die Limmat führt heute einfache zu wenig Wasser, weshalb wir unterhalb Baden wieder einwassern.. Und von da geht's dann flotten Flusses die Aare runter, bis zum ersten Stauwehr... Und die erste von unendlich vielen Schleusen.

Koblenz - im unaufgeräumten Aargau

Das erste Mal stecken wir fest. Weder nach vorne noch nach hinten mag uns das Pedalo fahren. Die beiden Antriebsschrauben sind total verstopft mit irgendwelchen Algen. Eine Gefahr für jeden, der da mit dem Boot in Koblenz rumgurkt.

Vom Schleusenwart weit und breit nix zu sehen. Wir werden das Pedalo jetzt also 700 Meter über Land tragen. Schufterei.

Wenn man jung ist, geht sowas einwandfrei.

Leibstadt - no comment!

Der Beweis dafür, dass noch nicht alle Brüter vom Netz genommen sind; Leibstadt dampft noch.

Was für den durchschnittlichen Piraten zur See jedoch viel belastender wirkt, ist die Tatsache, dass beim Flusskraftwerk Leibstadt (das gibt's tatsächlich auch noch!) die Schleuse abmontiert ist. Die angepriesene Telefonnummer für den Schleusenwart dann auch gleich gewählt... "Sie rufen leider ausserhalb unserer Bürozeiten an, wir sind gerne für Sie da..."

Nein. Bis dahin sind wir weg. Und tragen das Boot heute schon zum vierten Mal. Man hat ja sonst nix zu tun.

Aus die Maus...

Der erste lange Tag auf Wasser geht um 22 Uhr 00 kurz vor Basel zu Ende.

Erster Passagier aus Basel - Jonny Huber - welcher es sich nicht nehmen liess auf dem Pedalo Richtung Sonnenuntergang zu fahren. Nach Pizza und Unmengen Bier war's dann kurz vor Mitternacht als wir ins Hotel kamen.

Basel - Breisach | 30. Mai 2011

Yupp ist auch da und guckt gespannt, was da geht.

Es ist 9 Uhr am Basler Rheinhafen. Es ist total ruhig, der Rhein hängt in seinem Bett rum, es geht nicht viel. Wir trampeln los und fahren bis zum Dreiländer-Eck, wo wir von zwei Schulklassen frenetisch empfangen und gefeiert werden.

Kinder an die Macht!

Erstmal TV - Tele Züri

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden treffen wir auf junge, dynamische Menschen. VJ's von Tele Züri. Der sympathische Kerl des Tages heisst Stefan und hat richtig Spass an seiner Arbeit.

So viel Spass, dass er wohl am liebsten gleich mitgefahren wäre. Aber bei einer kleinen Hafenrundfahrt muss es dann bleiben. Die beiden Käptn's haben ja noch ein Tagesziel.

Wir schippern weiter den ruhigen, stehenden Rhein runter.

Schiffsverkehr

Riesige Pötte, welche sich den Rhein rauf und runter schieben. (Hier die MS Schwägalp mit n'paar 100 Tonnen Sand). Rauf zu fahren die immer in seichtem Gewässer, runter in der Strömung. So sparen die Sprit. Sowas lernt man, wenn man zur See fährt.

Man lernt aber auch Idioten kennen. Französische Schleusenwärter, welche uns vertreiben und mit der Polizei drohen. Wohl leicht alkoholisiert oder sonst nicht ganz im Besitze aller Kräfte - wieso führt sich dieser Jogg so dämlich auf?

Wir tragen das Boot in den "alten Rhein" rüber und fahren auf diesem gemütlich nach Breisach.

Breisach - Strassbourg | 31. Mai 2011

Bei strahlendem Sonnenschein in Breisach Leinen los. Die Übernachtung im Riegelerhof, Riegel am Kaiserstuhl war das Geld auf jeden Fall Wert. Buffet zum Frühstück; fein und reichlich. Es kann losgehen - bereits Tag 3.
Null Strömung. Himmel zieht zu, Wind frischt auf. Es schüttet. Es giesst und Wellen von allen Seiten - Irgendwie ist's wie auf'm Ozean.
Heute stehen zwei grosse Schleusen auf dem Programm. Und immer in Gedanken der Wunsch, dass er da vorne, der mit dem dicken, fetten Hintern seine Motoren nicht zu stark laufen lässt. Der Sog und Druck ist gewaltig.

Schleuse 1 kein Problem.
Schleuse 2 kein Problem.

Langsam werden wir Profis. Wenn's nur nicht so bitterkalt wäre. Und auf den Regen könnten wir auch gut verzichten.

Junge, fröhliche Menschen...

sehen anders aus! Wir sprechen auch über die Idioten, welche denken und sagen, dass wir das nur für ein bisschen schön und ein bisschen lässig machen. Es ist der 3. Tag und er ist bitter. Kalt. Nass und frustrierend.

Und es braucht Kraft und der A.... ist wundgescheuert vom vielen Sitzen.

Warum tut man sich das an?

Der verdiente Lohn

Der Regen hört nicht auf. Im Regen geht's stampfend durch die Gischt. Das Begleitfahrzeug findet uns nicht. Und das nach diesem Tag. Arschkalt ist's. 19 Uhr 00 Ankunft bei einer weiteren Schleuse. Strassbourg. Fertig für heute.

Immer noch kein Begleitfahrzeug.

20 Uhr 00 Landgasthof Blume in Lichtenau - ein freundlicher, familiärer Empfang und vorallem gibt's erlesenen "Müller-Thurgau" für die Seefahrer.

In den lokalen Medien noch schnell in die Wetterkarten gucken - eieiei - es sieht ja richtig Scheisse aus für morgen. Und so soll's dann auch werden.

Strassbourg - Karlsruhe | 01. Juni 2011

Morgens früh aus den Federn. Schlecht geschlafen - 120 vorbeifahrende Autos gezählt. Naja, wenigstens war's Essen gestern gut. Heute kommt erstmalig die Transport-Alu-Box zum Einsatz, weil wir jetzt drei Tage kein Begleitfahrzeug dabei haben. Leinen los - 5 Minuten später steigt die Steuerung aus.

Notwasserung auf Felsbrocken. Rätselraten. Dario im Begleitfahrzeug ist schon unterwegs Richtung Schweiz und dreht nochmals um. 90 Minuten später ist der Schaden behoben. Die Reise geht weiter.

Das Wetter meints übelst mit uns. Orkanartige Böen und Gischt auf Brusthöhe, wir stampfen durch die Fluten, welches über die Wellenberge nach vorne kippt.

Vor Anker gelegt - zwischen den fetten Pötten

Zum Glück nimmt unterhalb der Schleuse Itzigsheim der Rhein an Fahrt auf... Kilometerfressen. Im Marina Beach Club Karlsruhe gestrandet. Es ist immer noch Wetter um davon zu schwimmen. Es schüttet. Wir legen mit unserem Pedalo frech zwischen fetten Yachten an und markieren die Präsenz der Tüchtigen.

Ausser der Dame am Tresen grüsst uns hier keiner. Wieso auch. Proleten, welche mit dem Pedalo antrampen können ja wohl nicht zum elitären Kreis der auserlesenen Yachtbesitzer gehören. Wozu auch?

Der 4te Tag on Tour geht dem Ende entgegen. Es war ein heftiger Ritt auf den Wellen.

Prominenter Gast - Jürgen Zöller selbst!

Nachdem der russischstämmige Taxifahrer für einen Kilometer Fahrstrecke eine halbe Stunde braucht und uns erstmal drei andere Hotels zeigt... kommt's zu hohem Besuch der deutschen Musik; Jürgen Zöller (Bild Mitte) selbst! Der BAP-Trommler kommt zur Verkostung lokaler Köstlichkeiten und es ist wieder unterhaltsam wie immer.

Morgen geht's nach Worms. 83 Kilometer - Heidenei!

Karlsruhe - Worms | 2. Juni 2011 | Auffahrt

Hier heisst irgendwie - symbolisch - alles VATER RHEIN. Das Hotel in welchem wir nächtigten (Vater Rhein, Maximiliansau), wie aber auch die Bar am Morgen im Hafen. Hier ist der Rhein freifliessend und wir hoffen auf einigen Schub unterm Kiel. Die Ausfahrt aus dem Hafen von Maxau ist nicht ohne. Auslaufen, gleich zieht die Strömung flussabwärts.

Worms - da haben die Wikinger gemäss Nibelungensaga einen bis heute nicht gehobenen Schatz versenkt - ist komisch. Wir erleben eine wilde Schlägerei auf der Strasse, komische Situationen. Naja. Nur schnell was essen und schlafen.

Ein Bildchen wert sind sicher auch die Unmengen, was so ein Seefahrer morgens verdrückt. Dies gilt allerdings nur für den Fahrer zur rechten Seite. Unglaublich. Eigentlich müsste es ja umgekehrt sein.

Aber so ist denn auch die rechte Seite am Futtern, während auf der Backboard-Seite gefastet wird.

Worms -  Mainz | 3. Juni 2011

Wir verlassen Worms frühmorgens - immerhin die älteste Stadt Deutschlands. Der Pegel von Worms (links) mit seinen Hochwassermarken - im Moment kein Thema. Der Pegel ist in den letzten 24 Stunden um weitere 70cm gesunken.
Der Yachthafen von Worms ist wohl deshalb auch von Algen übersät und wir reinigen die Schrauben auf den ersten Metern mehrfach. Strapazen für Mensch und Maschinen.

Mainz - Koblenz | 4. Juni 2011

Bei Mainz wassern wir wieder - am morgen von Koblenz zurückgefahren - das Hotel GHotel hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ruhig und relaxed. In Mainz fängt der Rheingau an - bekannt und verwöhnt durch viel Sonne, was herrliche Weine hergibt. Herrliche Landschaft. Viele Schlösser, Burgen und Weinberge... Wir freuen uns auf Rüdesheim, ein prächtiges Städtchen, wo sich täglich tausende Touristen einfinden, Asbach Uralt herkommt - wir fahren vorbei. Es wartet die wohl schönste Strecke, entlang der Loreley.

Burg Gutenfels

Die Pfalz ist hier wohl am schönsten. Normalerweise muss man in Kaub anlegen und zur Besichtigung mit einer Fähre übersetzen. Aber heute laufen die Touris auf den Felsen rum.
Viele Kameras filmen unser vorbeifahren.
Ein imposanter Anblick und eine fette Kehrwelle am Ende der Insel hätte uns fast den Spass verdorben.
Aber auch Wellen über 1 Meter Höhe schütteln zwar, aber sind spassig zu fahren.

4 Kilometer weiter warten Getrud und Ruedi auf uns. Ein Gewitter stopt uns - bevor wir in Oberwesel Bierpause machen.

Koblenz - Bonn | 5. Juni 2011

Frühmorgens in Bonn - Getrud und Ruedi verabschieden sich und fahren zurück in die Schweiz - Danke für den Besuch! Wir fahren unterhalb ans Ländereck - 3 Kilometer weiter bricht das Ruder. Fast zwei Stunden Zwangspause. Hitze total - Könnte gewittrig werden heute...

Die Schiffer reklamieren - Polizeieinsatz

Bei einer kleinen Pause bei Remagen klettern rote Ameisen in die tolle Outdoor-Hose, was zu wilden Verrenkungen und beissenden Schmerzen führt. Hoffentlich sieht das keiner.

Während wir den Rhein runter strampeln - der Strömung sei Dank, mit 15 km/h - ist reger Schiffsverkehr. Als dann das befürchtete Gewitter über uns einbricht entfliehen wir dem Wasser, gefolgt von der Wasserpolizei, welche mehrere Beschwerden ob unserer Fahrweise hat. Wir erschrecken anscheinend die grossen Pötte - wir geloben Besserung. An ein Weiterfahren ist nicht zu denken, es schüttet. Es blitzt, es donnert.

Der Yachtclub Bonn nimmt uns auf. Danke.

Das einzige was gelbingelb - oder eben "jelbinjelb iss" - ist, ist unser Pedalo. Der Rest ist Trist im Regensturm. Grau.




Bonn - 6. Juni 2011 | Ruhetag

Wir werden am Morgen früh um 8 Uhr 00 ein kleines Ausfahren machen - von Bonn Yachthafen Süd bis Bonn Yachthafen Nord - damit die Beine bewegt sind. Ansonsten ist Bürokram erledigen angesagt. Termine vereinbaren, einige Interviews stehen an.