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Tagebuch und Tourbilder 2. Teil - ab 7. Juni 2011

Bonn - Düsseldorf | 7. Juni 2011

Früh raus im Hotel Römerirgendwas zu Bonn. Selten soviele Brandflecken in einem Teppich gesehen und soviel Elektromüll in einem Hotelzimmer gehabt. Frühstück ist toll. Vorallem die Nachrichten über EHEC-Erreger machen sich hervorragend zum Gemüse zum Frühstück!

Abfahrt bei Freunden. Im Sürther Yachthafen - mit dem exkusiten Büdchen wo's wohl auch lecker Essen gibt, laufen wir frühmorgens um 8 Uhr aus. Die gesamte Beleg- und Gefolgschaft ist auf dem Steg angetreten um salutierenderweise das Auslaufen zu feiern. Stefan erklären wir wiederholt was es sich mit dem Film "Das Boot" auf sich hat. Er ist einfach zu jung dafür...

Heute morgen ist irgendwie Radiotag. Danke allen Medienschaffenden für den support. Radio 1, Radio Top, Radio Zürisee... macht's gut zu Hause.

Im Laufe des Tages platzt dann die Pressekonferenz mit Menderes, da der junge Gesangsgott leider mit einer Grippe das Bett hütet. Wir sind überzeugt er liest dies - daher "alles Gute und schnelle Besserung"... Freut uns, wenn Du Dein Versprechen wahr machst und doch noch auf dem Pedalo vorbeischaust.

Der Kölner Dom

Das wirklich Monumentale und Bewegendste am heutigen Tag war sicher die Durchfahrt in Köln. Alaf!

Der Käpt'n zur linken Seite ist ja ein 8tel Kölner und fühlt sich der Kulisse zu Köln ein klein wenig verbunden. "Heimatjefühl" nennt man das hier! Denn die hier Ansässigen sprechen ja bekanntlich das "G" nicht aus - sondern ersetzen es einfach mit einem "J" - wobei sich das Alphabet drastisch reduziert. "Janz jenau..." und es "jeht jraduss" weiter.

Freundliches Wetter sieht anders aus. Regengefahr.

Begegnungen - Holländer!

Nebst der wirklich tollen Begegnung am Morgen im Hafen von Sürth begegnen uns - wie könnte es anders sein - Holländer im Ruderboot. Die Herren, welche die Ruder rheinrunter schwingen, sind holländische Seepolizisten, welche nix anderes zu tun haben, als sich in eine Nusschale zu setzen und von Breisach nach Rotterdam zu rudern. Die Wasserbullen (Seepolizei) haben an alles gedacht. Sogar ein Begleitboot welches den Weg frei macht ist dabei... Alle Achtung! Kein Wunder eroberten deren Vorfahren die Weltmeere.

Himmel über Köln wird immer noch nicht heller.

Halbzeit - in Leverkusen

Da wo die Fussballmannschaft immer Zweiter wird, da ist für uns auch die erste Halbzeit vorbei. Ziemlich genau zur Mittagszeit schippern wir an Leverkusen - oder soll man sagen Bayer Leverkusen vorbei. Man sieht hier nur Bayer - nix von Leverkusen. Das muss wohl hinter der Industriekulisse liegen.

Es ist einer der wenigen Tagen an welchen wir nicht verregnet werden. Ausnahme.
Die Bilder sind alle aufgehellt - so gut das geht - weil eigentlich war's den ganzen Tag ordentlich finster hier im Ruhrpott.

Begegnungen - Camper!

Zwischen Bonn und Dortmund wohnen in kleinen Blechhütten; die Camper!

Wohl zig 10tausende haben sich hier eingenistet und warten auf die Pensionierung. Sind sie pensioniert - sitzen sie am Rhein und freuen sich an kleinen, gelben Booten. So herrlich kann das Rentnerdasein sein - und wenn die Kraft noch reicht; wird gewunken!

Ankunft Dortmund Hafen

843 Kilometer nach Zürich. Angekommen. Um 17 Uhr 30.
Über 9 Stunden auf dem Pedalo. Der Weg ist das Ziel...
Im Hotel wieder 90 Minuten Kampf mit dem Internet. Rumtelefonieren. Nix geht. Im Steakhouse Maredodann schlussendlich doch noch; Kampf gegen Hunger, Batterieladestatus und Deutsche Telekom-Gebühr. Sonne geht unter. Bettruhe wohl vor 22 Uhr.

Dortmund - Oberhausen | 08. Juni 2011

Vom Hotel zum Marina Hafen - wo Frau Gast wieder freundlichsten Empfang bot und uns die Liegegebühr für's Pedalo erlassen hat - im Taxi über ne halbe Stunde gebraucht. Kein Problem, es regnete sowieso in Strömen. Tristessa in Dortmund. Zum Glück liegt Menderes krank im Bett - das hätte seiner Grippe wohl noch Auftrieb gegeben.

Heute geht's die letzten 40 Kilometer den Rhein runter. 740 Kilometer strampelten wir schon auf dem Fluss der Flüsse.

Wir freuen uns auf die Strecke nach Duisburg.


Das Schweigen der Männer

Was soll man da noch sagen - Auslaufen aus dem Hafen von Dortmund. Die letzten Kilometer auf dem Vater Rhein hätten wir uns zwar anders vorgestellt. Doch - es sollte nicht sein.

Beim Auslaufen noch zwei Radio-Interviews gegeben, nicht ganz ohne, alles über das Händi zu machen, ohne dass dieses nicht gleich im feuchten Nass verendet und den Geist versagt.

EHEC - Erreger gefunden?

Während ganz Deutschland mittlerweile schon gar nicht mehr weiss, was man überhaupt noch essen darf und was nicht... Sprossen nicht, Gemüse nicht, Fleisch evt. auch nicht?... glauben wir den Erreger gefunden zu haben.

Des Käptn's zur linken Seite seine Trinkflasche. Wird jeden Morgen wieder aufgefüllt. Das isotonische Gebräu wird fleissig in die Flasche abgefüllt, in dieser bilden sich mittlerweile schon die ersten Vegetationen.

Komischerweise sind die grünen Pelzchen dann auch nach dem morgendlichen ersten Schluck wieder weg. Ob das der EHEC - Erreger sein könnte. Möglich wär das schon.

Der Idiot!

Wir treffen tagtäglich zu Hauf nette und tolle Menschen. Und auf 100 tolle Menschen gibt's halt immer auch einen Idioten. Wenn dann dies ausgerechnet der Schleusenwärter an einer 300 Meter Schleuse ist - Pech gehabt.

Man lässt uns an der ersten Schleuse nicht passieren. Keine Chance. Es heisst also, alles umtragen. Das sind mittlerweile mit Gepäck und Geschleppe gut 140 Kilos. Welche da gestempt werden müssen.

Und da das Gelände grossräumig eingezäumt ist, werden aus 300 Metern dann gut und gerne 1.5 Kilometer. Boot auseinanderbauen.

Die Plackerei

Das Boot muss erstmal zerlegt werden. An einer Uferböschung. Zeitaufwand fast eine halbe Stunde, dabei verschwinden Teile schon mal im Fluss Ruhr.

Dann Treppen rauf, Treppen runter... 1.5 Kilometer schleppen der Teile. Und weil die durchs Rumschleppen nicht leichter werden, die Arme dafür immer schwerer - dauert's geschlagene 3 Stunden.

Rückstand auf die Marschtabelle - minus 18 Kilometer werden's am Ende des Tages sein.


Der Tag geht zu Ende

Nach -zig Telefonen mit dem zuständigen Amt und diversen Diskussionen erkennt der Oberschleusen-Verantwortliche an, dass ein Sportboot - egal ob mit Muskelkraft oder nicht - ein Gefährt ist, dessen Nichtdurchfahren von Schleusen nirgends geregelt ist. Somit also eben erlaubt. Wir haben freie Bahn.

Und die nächsten Schleusen funktionieren einwandfrei - danke an den Herrn Fändrich vom Amt. Er hat ein Einsehen. Und wir strampeln mal wieder hinter einem grossen Pott aus dem Schleusentrog. Ein erhabenes Gefühl.

Hotel Intercity Gelsenkirchen - Business Hotel, in welchem das Internet irgendwie wieder nicht funktionieren will. Wo sind wir hier hin geraten?

Oberhausen - Datteln | 09. Juni 2011

Der rheinische Wettergott muss wohl aus dem Ruhrgebiet stammen. Endlich wieder Sonne.
Von Gelsenkirchen zurück an die Marina in Oberhausen - der Hafenmeister schläft noch - somit lag unser Boot kostenlos im Hafen.

Das Ruhrgebiet zeigt sich von seiner tollsten Seite, nette weisse Wölkchen hängen über dem ehemaligen Kohlemetropole, die Industrie ist allgegenwärtig, doch dazwischen herrliche Bilder!

Dahin kommen wir wieder zurück!

Der jetzt zu befahrende Dortmund-Ems-Kanal, in welchen wir einbiegen wurde vor über 100 Jahren gebaut und tausende Hilfskräfte schufen diese 230km lange Wasserrine, Schleusenkammern und die tiefen Schwimmerschächte.

Noch mehr Marketingmenschen mit Pedalo!

Uwe Pichler (Der Werbepichler.de) und sein Kumpel machen gerade Jungfernfahrt in ihrem leicht betagten Pedalo. Staunend nimmt man zur Kenntnis, wie wir das durch die Schleusen geschafft haben. Geschichten werden ausgetauscht.

Natürlich wird das 500 Euro-auf-Ebay-gekaufte-Pedalo inspiziert und technische Finessen werden erötert. 2 Fiat-Pandasitze sind eingebaut worden und die Jungs müssen jetzt gleich zum Schrottplatz - neue Lager kaufen. Allzeit gute Fahrt wünschen wir Euch!

Würdiger Empfang im Hafen von Henrichenburg

Wie immer, wenn wir zu christlichen Zeiten in einen Hafen einlaufen, staunen viele Zaungäste. So auch wieder in Henrichenburg, wo schon zahlreiche freundliche Menschen auf uns warten und beim Anlegen und Ausräumen mithelfen. Der ehemalige Hafenchef zeigt uns Bootshaus. Stolz präsentiert er uns die Hafenanlage, welche er mit Kumpels zimmerte. Aus Material von alten, abgerissenen Zechen.

Der Londoner-Bus, in welchem es dann auch noch herrliches Bier gab war ein weiterer netter Empfang und die Gäste wie die freundliche Chefin kümmerten sich um unseren Transport zur Schlafstätte. Wenn Ihr das liest - danke an Euch!

Der 12. Tag geht zu Ende

Ein nerviger, langer Tag - an dessen beide Käptn's beim Anlegen erkennen, dass noch nie so wenig geplappert wurde, neigt sich doch noch glücklich dem Ende zu.

Schnitzel mit Pommes - wie in den letzten Tagen täglich - krönt das Tageswerk. Das vor dem Hotel geparkte Feuerwehr-Auto macht zwar Angst vor einer lauten Nacht - doch die Brigade der Feuerbekämpfer reist rechtzeitig ab.

Herzlicher Empfang vom Team des Bittscheidt's Stadthotel - ein netter Landgasthof mit herrlicher Kücher: Schnitzel mit Pommes.

Datteln - Münster | 10. Juni 2011

Kanal-Kilometerfressen geht jetzt los. Erstmal den Dortmund-Ems-Kanal, dann später, morgen nach Münster... der Mittellandkanal.
Wir haben viel Seemanngsgarn gehört auf der Reise. Viel war nett gemeint, viel übertrieben - praktisch nix eingetroffen. Und von den Kanälen haben wir auch viel gehört.

Am meisten Respekt haben wir vor der Situation, dass das Wasser sich nicht bewegt und der Kampf gegen den Wind. Wir rechnen und reduzieren unsere durchschnittliche Geschwindigkeit von 5km/h.

Kaum mehr Möglichkeit, den eingefahrenen Rückstand von der Schleuse von Duisburg aufzuholen. Wir müssen anfangen umzuplanen. Verschiebung der Übernachtungsmöglichkeiten. Zum Glück gibt's Händi's. Lediglich "HOTEL.DE" zeigt sich nicht gerade kooperativ. Ok, nächstes Mal ein anderer Anbieter.

Der Dame im Callcenter will es einfach nicht in den Kopf, dass man auf einem Pedalo nicht E-Mail's empfangen kann und auch keine ausgedruckten Bestätigungen  dabei hat. Obschon sie alle Dokumente vor sich hat, es ist nicht möglich zu annullieren. Toll & Danke.

Münster

Brigitte, Simon und Yupp brauchen über 10 Stunden von Zürich nach Münster. Pfingstverkehr auf den Autobahnen. Andere stehen auch im Stau. Pfingsten eben.
Auch der Crew zur See geht's ordentlich verschi.... Wir werden mal wieder bis auf die Knochen durchgenässt und durchfahren Bindfäden in Form von nasser Masse von oben.

In Münster angekommen erleben wir dann im Hafen, Freiheit 26, den servicetechnischen Tiefpunkt der Reise - soweit wir dies bis jetzt überblicken können. Empfehlenswert ist anders. Wenigstens war's Essen ordentlich.

Münster - Minden | 11. Juni 2011

Hafen von Münster. Die selbsen freundlichen Protagonisten wie am Vorabend. Die lokalen Crews mit ihren tollen Booten machen sich auf die Gewässer, um über Pfingsten ein bisschen in den Kanälen zu entspannen.

Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme im Marina von Münster.

Dortmund - Ems - Kanal

Obschon die Sonne scheint und die Temperaturen angenehm warm sind, ziehen schon wieder graue Wolken auf und es ist nur wieder eine Frage der Zeit, bis wir wieder zugeschüttet werden. Aber jedes Land hat das Wetter, welches es verdient. Sorry Deutschland.

Mittelland-Kanal

Bevor wir den wohl berühmtesten und bekanntesten Kanal zu weit hoch fahren, ist Schluss für heute. Und um 18 Uhr 00 wird die ganze Ware dann sauber auseinandergeschraubt wieder verladen.

Unterwegs nach Porta Westfalica

Kaum im Shuttle - wird geschlafen. Die Tour hat wieder müde gemacht. Der ganze Tag mit 5km/h und dann der Regen zum Schluss. Wenigstens ist das Porta Westfalica ein gutes Hotel. Wirklich gut.
Ausser, dass wir für Schnitzel Pommes gute eineinhalb Stunden warten. Was einer gefühlten Länge einer Ewigkeit gleichkommt, wenn man seit dem Morgen kaum was gegessen hat.

Am 12. Juni 2011 geht's dann ab Minden weiter. Minden ist auch bekannt wegen seinem Kreuz auf der Wasserstrasse. D.h. der Mittellandkanal führt überquert die Weser - dank einer 1998 gebauten Wasserbrücke. Die alte Brücke besteht ebenfalls, also wird der Schiffsverkehr back- und steuerboard über die Weser geführt.